Das Ding im Nebel

Eine lieb gewonnene Tradition meiner Rollenspiel-Karriere ist das Halloween-Special, das seine Wurzeln in meiner langen Cthulhu-Spielzeit und natürlich den Simpsons hat. Wie jedes Jahr so habe ich auch jetzt nach einem klassischen Thema aus Horror-Geschichten gesucht und bin beim Nebel fündig geworden. Angereichert habe ich diese Idee mit der Geschichte Thelfeldens und einem einsamen Leuchtturm – eine wunderbare Mischung. Leider fehlte am Spielabend dann der Nebel…

Die Charaktere hatten tapfer in dem Schmugglerunterschlupf ausgeharrt - ohne dass die Schmuggler sich blacken ließen. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden sie schließlich von einem entfernten Schrei aufgerüttelt. Draußen in den Straßen erwartete sie dichter Nebel – und durch diesen hallten weitere Schreie. Die Charaktere eilten in Richtung Hafen und trafen auf eine Gestalt, die sich im Nebel den Angriffen dreier schemenhafter Fratzen, geisterhafter Erscheinungen zu erwehren hatte. Durch das beherzte Eingreifen der Gruppe wurde die Gestalt gerettet.

Sie stellte sich als Bruder Naras vor und bat die Gruppe um Hilfe; gar schreckliche Dinge gingen vor, wie die Charaktere auch daran erkennen konnten, dass der Leuchtturm Thelfeldens – seit Jahren inaktiv – ein hellblaues Leuchten in die nebelige Dunkelheit sandte.

Bei einem hastigen Abendessen im Zerbrochenen Krug berichtete Naras, seines Zeichens Mitglied des Ordens der Hüter, von dem, was er vermutete: Thelis Untergang, tausende ruheloser Seelen, Knotenpunkt Leylinien, Riss in der Wirklichkeit. Die Gruppe verstand nicht alles von den wahrscheinlich ketzerischen Ausführungen – was vermutlich auch besser war.

Jedenfalls war klar: Wir müssen zum Leuchtturm. Auf der Fahrt mit dem Ruderboot dorthin wurde die Gruppe von schwarzen Tentakeln bedrängt. Gnogget entschied sich zu einem spontanen Bad im eiskalten Meer und Eisernhardt überwand schließlich seine Furcht vor dem Wasser.

Eine belebte Ranke verwehrte den Charakterne zunächst den Zugang zum Leuchtturm, konnte aber mit einer gezielten Alchemisten-Bombe ausgeschaltet werden. Das Häuschen neben dem Leuchtturm war offenbar jahrelang unbewohnt. Überall lagen handschriftliche Notizen und Zettel herum. Der Zugang zum Turm selbst wurde durch ein kompliziertes Schloss mit drei drehbaren Ringen versperrt. Also machten sich die Helden auf die Suche nach der Kombination für den Zugang.

Dazu durchsuchten sie die Zettel – und wurden schließlich fündig. Unter dem Leuchtturm lag eine Höhle, in der sich ein Riss in der Wirklichkeit öffnete. Unter gemeinsamen Anstrengungen gelang es der Gruppe, dem Riss für eine Minute die Energiezufuhr zu entziehen – und Naras konnte ihn schließen. Der Nebel verzog sich. Der Turm stürzte nicht ein.

Auf zwei Besonderheiten möchte ich eingehen: Die Suche nach Hinweisen habe ich durch selbst beschriebene Kärtchen dargestellt. Von dem Stapel konnten die Spieler ziehen – und fanden entweder eine Notiz, eine “Regieanweisung” oder eben ein Symbol für das Schloss. Die Notizen unterteilten sich in angepasste Zitate aus bekannten Horrofilmen und Geschichte rund um den Leuchtturm. Es hat etwas gedauert und bedrufte eines sanften Druckes, bis die Spieler die Idee hinter diesem “Spiel im Spiel” verstanden hatten – aber dann hatten wir großen Spaß damit! (Auch wenn es vielleicht etwas länger gedauert hat als in meiner Vorstellung geplant).

Bei dem Endkampf stand ich vor der Herausforderung, einen spannenden Kampf gegen einen übermächtigen Gegner zu gestalten, in den ein Hüter eingreift – was konnten die Charaktere beitragen, um nicht bedeutungslos zu werden? Ich habe mich an meine alte World of Warcraft Zeit erinnert und mir die Kämpfe gegen die Bosse vergegenwärtigt – da gab es auch immer für alle viel zu tun. Also galt es für die Spieler, die “Energiezufuhr” zu dem Riss zu stoppen; durch das Blockieren der Leylinien oder die Bekämpfung der Schemen (ruhelose Seelen der Opfer beim Untergang Thelis), während Naras sich mit dem Schatten aus dem Riss beschäftigte. Diesen Endkampf konnte ich leider nicht üben und hatte ihn auch nicht simuliert; aber ich glaube, mit leichten Modifikationen während des Kampfes – die auch nicht weiter aufgefallen sind – hat es insgesamt gut funktioniert.

2 thoughts on “Das Ding im Nebel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>