Fünf einfache Tipps für Spieler, Spielzeit zu sparen

Zur Unterstützung seines Sohnes bei dessen Rollenspielgruppe, hatte Creighton Broadhurst von Raging Swan Press vor einer ganzen Weile 5 Tipps zusammengetragen, wie Spieler dazu beitragen können, wertvolle Spielzeit durch einfache Maßnahmen zu sparen.

1. Legt einen Schatzmeister fest
Es hilft, wenn ein Spieler dazu auserkoren wird, alle Schätze der Gruppe zu sammeln oder jedenfalls hierüber Buch zu führen. Die Verteilung der Schätze im Spiel ist davon unabhängig; es geht hierbei nur um die Dokumentation. Der Zeitvorteil: Wir sparen uns die Diskussion darüber, wer was aufschreibt.

Ich als Spielleiter hatte zuletzt Kärtchen mit den gefundenen Schätzen je Gegner vorbereitet und diese Kärtchen dann an die Spieler verteilt. Das hat sich als ganz hilfreich herausgestellt. Besondere Schätze – z.B. magische Waffen oder Rüstungen – hatten ihre eigene Karte, die der Spieler dann nehmen konnte.

Eigentlich bin ich kein allzu großer Freund von zu vielen Karten im Spiel, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit und Schnelligkeit bringe ich derlei doch immer wieder gerne ein.

2. Habt eine Marschordnung fest
Beim Erkunden von Dungeons, beim Wandern durch den Wald oder bei längeren Überlandreisen kann es immer wieder zu Begegnungen kommen – und immer wieder kann die Diskussion anfangen, wer so steht. Das ist besonders dann spannend, wenn die Gruppe z.B. in einen Hinterhalt gerät oder Opfer eines Steinschlags wird.

Es hilft hier ungemein, eine “Standard-Marschordnung” festzulegen, um diese Diskussionen zu verkürzen. Eventuell kann man hier sogar schon Varianzen einbringen: Eine für Überlandreisen, eine für 1,5 Meter breite Gänge, eine für 3 Meter breite Gänge.

3. Legt eine Reihenfolge bei den Wachen fest
Passend zu der Marschordnung sollten die Spieler eine Standard “Wach-Rotation” haben, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Zauberkundigen gerecht wird. Natürlich können die Spieler das immer wieder anpassen, wenn es die Geschichte erfordert, etwa, weil ein Charakter gerade nicht da oder zu schwer verwundet ist.

4. Kenne Deine Rolle
Natürlich sind Begegnungen immer dann spannend, wenn sie neue Herausforderungen stellen. Trotzdem erfüllt jede Klasse eine bestimmte Rolle in einem Spiel – und diese Rolle sollte der Spieler kennen. Darüber hinaus sollte er auch wissen, was sein Charakter zu tun im Stande ist, also was welcher Zauber bewirkt, wann er welches Talent einsetzen kann und so weiter. Aber das ist der zweite Schritt.

Der Krieger mit der dicken Rüstung und dem Schild sollte weit vorne stehen, der Magier mit wenig Lebenspunkten eher hinten. Der Magier sollte die Gegner mit seinen Zaubern beharken oder ablenken, während der Schurke sich in eine günstige Position für einen hinterhältigen Angriff bringt. Der Kleriker sollte immer halb einen Blick auf die Gesundheit seiner Gefährten haben. Gerade wenn es mehrere Klassen gibt, die eine bestimmte Rolle ausfüllen, macht es Sinn, sich vorab zu überlegen, wer sich wann um was kümmert.

Ihr habt einen Druiden und einen Barden in der Gruppe, die beide ein wenig heilen können? Macht euch vorher Gedanken darüber, wer im Notfall den Krieger rettet. Das spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Überlebenschancen der Gruppe.

Und das Schöne ist: Je besser eine Gruppe sich und ihre Charaktere kennenlernt, desto besser können die Spieler das einschätzen.

5. Helft dem Spielleiter
Es kann nicht schaden, wenn bestimmte Aktivitäten einem Spieler zugewiesen sind, der sich an dem Spielabend darum kümmert. Dabei kann es um das Abwischen der Bodenpläne, das Aufräumen der Miniaturen oder dergleichen gehen. Und es ist deshalb nett, weil der Spielleiter so mehr Zeit hat, sich auf die wesentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Je mehr “organisatorische” Verantwortung dem Spielleiter abgenommen wird, desto mehr Zeit bleibt, um das Abenteuer zu erleben.

Im täglichen Leben ist das ja häufig auch so – wenn alle mithelfen, ein Zimmer aufzuräumen, geht es in der Regel schneller, als wenn nur einer räumt und zwei zugucken. Wenn jeder seine Aufgabe hat, ist der Spieltisch nach einem Kampf schneller wieder bereit.

 

Diese Tipps erscheinen vielleicht als Selbstverständlichkeit; aber manchmal schadet es nicht, sich auch diese noch einmal zu vergegenwärtigen und zu prüfen, ob die eigene Gruppe noch etwas verbessern kann. Im Übrigen halte ich diese Tipps gerade für eine ganze neue, unerfahrene Gruppe für sehr hilfreich.

Den Original-Artikel findet ihr auch auf dem Blog von Creighton.

3 thoughts on “Fünf einfache Tipps für Spieler, Spielzeit zu sparen

  1. Finde ich gut. Konnte unsere Gruppe ganz gut darin wiederfinden (vielleicht bis auf Nr. 4) und hoffe die eigene Wahrnehmung weicht hier nicht zu sehr von der unseres SL ab.

  2. Ich finde die Tipps auch sehr hilfreich.
    Einiges klappt bei uns auch sehr gut, das eine oder andere ist noch verbesserungsbedürftig. Bei Nr. 4 gebe ich Oli recht.

  3. Eigentlich könnte man diese fünf Tipps auch zu Grundregeln erklären. Aus meiner Sicht machen sie absolut Sinn und ich werde versuchen, sie künftig (mehr) zu beherzigen.

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