Ratten!

Der Kampf in dem geheimen Ritualraum war gerade siegreich zu seinem Ende gekommen, das Adrenalin noch nicht abgebaut, die Wunden noch nicht versorgt, als sich die Ereignisse in Form einer ohrenbetäubenden Explosion weiter überschlugen.

Durch den Staub und die Trümmer schob sich ein deformierter Schatten in den Raum – der Körper massig, die Adern krankhaft gezeichnet, der Kopf einer…Ratte…! In blindem Zorn stürzte sich die Kreatur auf die Charaktere.

Und dazwischen wuselten plötzlich kleinere, zweibeinige Rattenmenschen. Was waren das für Wesen und woher kamen sie? Leider ergab sich nicht die Möglichkeit, diesen Fragen weiter nachzugehen, denn die Rattenwesen brachten die Charaktere in arge Bedrängnis. Doch kurz bevor die tapferen Verteidiger Thelfeldens von dem Ansturm der Angreifer überrannt werden konnten, sprangen ihnen Vater Baltor von Kaltenhof und seine Leibgarde – der erst in drei Tagen erwartete dah’ihtische Priester – helfend zur Seite. Gemeinsam gelang es ihnen, die Rattenbedrohung vorerst zu besiegen.

Um eine Flucht zu verhindern, nahm von Kaltenhof die Charaktere vorerst in Gewahrsam. Am nächsten Morgen hatten sie Gelegenheit, ihre Geschichte zu erzählen. Von Kaltenhof war entsetzt über die Ereignisse in Thelfelden und die Entwicklungen der letzten Wochen. In den Unterlagen Steavs hatte er genug Beweise gefunden, um dem verdorbenen Kult nachzustellen. Und genau das ist nun seine vordringlichste Aufgabe – unmittelbar nach dem Eintreffen der Heiligen Inquisition.

Geschichten vom wirken der Inquisitoren werfen stets ihre Schatten voraus und die Charaktere erwägen ernsthaft, Thelfelden den Rück zu kehren. Ihre wichtigsten Verbündeten haben sie schon gewarnt. Trotzdem - da ist immer noch die Bedrohnung durch den Rattenkönig, die, wie sich gezeigt hat, sehr reale Züge angenommen hat…

Nach meiner ursprünglichen Planung (die nicht mehr viel mit dem tatsächlichen Ablauf des Abenteurs zur tun hat) markierte das Auftauchen der Rattenmenschen das Ende des Prologs der Kampagne und den Beginn des ersten Kapitels oder Aktes, wenn wir im klassichen Drama bleiben wollen. In der Wirklichkeit, die vor allem durch eine starke berufliche Belastung geprägt ist, sah es dann aber so aus, dass der Plot des vergangenen Spielabends überaus spontan kam.

Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkungen der Tod Steavs auf Thelfelden hat und wie wir in den Kampagne daran anknüpfen. Das erschien mir die logische Konsequenz. Aber dann dachte ich daran, dass das vielleicht auch nicht furchtbar viel Spaß macht. Also bin ich relative spontan umgeschwenkt auf – Action! Ein spannendes Gefecht geht eigentlich immer. Und erst während des Kampfes, in dem die Charaktere deutlich zu unterliegen drohten, entschied ich, Baltor von Kaltenhof, den dah’ihtischen Priester mit seiner Leibgarde auftauchen zu lassen – und damit die Gruppe zu retten. Eigentlich hätte Baltor keine Leibgarde haben sollen und ganz ursprünglich hätte er auf dem Weg nach Thelfelden einen einsamen Tod finden sollen.

Aber gut – mit der Entwicklung bin ich ganz zufrieden und ich glaube, mit den Rattenmenschen einen interessanten Aspekt in die Spielwelt eingebracht zu haben – immerhin entdecken die Charaktere hiermit etwas völlig Neues. Und die Rattenmenschen werden noch eine wesentliche Rolle zu spielen haben. Mir persönlich liegen sie sehr am Herzen, bin ich doch ein großer Fan der Warhammer Skaven, deren Modelle ich mich auch für die Rattenmenschen bediene – die, der Spontaneität meiner Entscheidung geschuldet – für den Freitag leider noch nicht vollständig bemalt waren.

Die Flucht aus Thelfelden, den die Spieler ernsthaft erwägen, finde ich eine spannende Entscheidung, die umzusetzen mir großen Spaß machen würde und die auch der Grundstimmung/-idee der Spielwelt als dark fantasy Rechnung trägt. Nur haben wir uns dazu entschieden, vorerst dem Rattenkönig das Handwerk zu legen.

2 thoughts on “Ratten!

  1. War wieder ein sehr gelungener Abend mit vielen Wendungen. Die Ankunft des Dah’ihten hat für viel Spannung gesorgt. Kann es kaum erwarten zu sehen, was sich daraus entwickelt.

  2. Ich bin sehr überrascht, dass der Dah’iht ursprünglich auf seinem Weg nach Thelfelden umkommen sollte und hätte es (nachdem wir ihn nun kennenlernen durften) sehr schade gefunden, wenn wir diese Begegnung verpasst hätten.

    Es ist wirklich immer wieder interessant hier zu sehen, welche weiteren Spielverläufe unser Spielleiter noch erwogen bzw. welche Überlegungen er angestellt hat.

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