Käferjagd

Nicht nur der Mangel an Sonnenlicht und frischer Luft macht unseren Forschern unter der Erde zu schaffen – besonders die fehlenden Vorräte schlagen ihnen auf den Magen, weshalb es nunmehr an die Aufgabe ging, endlich etwas Essbares aufzutreiben. Aus dem Verhör der einen gefangenen Ratte wussten sie, dass neben den Pilzen auch bestimmte Käfer zur Hauptnahrungsquelle der Rattenmenschen zählten – und wo diese zu finden waren.

Gut, es verwunderte unsere tapferen Gesellen, dass diese Käfer sich als über drei Meter lange Monstrositäten herausstellten. Und dass diese sich nicht einfach schlachten und verzehren ließen, sondern Widerstand leisteten. In einem gemütlichen Pilzwald stieß unsere Gruppe auf eine kleine Herde und konnte schließlich zwei Exemplare erlegen. Damit war das Nahrungsproblem für die kommenden paar Tage gelöst.

Es begann dann die Diskussion der Frage, wie nun weiter zu machen sei. Klar schien mir: Die Suche nach dem Artefakt, die unsere Helden ursprünglich in die lichtlosen Tiefen geführt hatte, spielte keine allzu große Rolle mehr. Einen Weg an die Oberfläche gab es auch nicht (oder jedenfalls keinen leicht erkennbaren). Das Thema Rattenstadt wurde auch abgehakt. Ja, man könnte meinen, dass die ganzen Handlungsstränge schon erschöpft seien.

Tendenziell macht mir dass insofern Sorgen, als dass ich nicht weiß, ob ich nicht zu viele Möglichkeiten präsentiert habe und die Spieler mit den Freiheiten leicht überfordert sind. Das werde ich dann gegebenenfalls noch mal mit ihnen diskutieren.

Für den Spielabend ließ ich dann die Rattenmenschen erst einmal die Glocken läuten. Jedenfalls war dass die Schlussfolgerung, die die Spieler aus den tieftönigen Erschütterungen zogen. Da sie aber selbst nicht herausfinden wollten, was das genau zu bedeuten hatte, schickten sie Firmin los.

In der Zwischenzeit machten sie es sich im Maga-Tempel gemütlich – wo ihnen einfiel, dass ja eine Tür noch nicht geöffnet worden war. Also ging es wieder hinab. Es gelang ihnen, einen Brücke über die Fallgrube zu bauen und die Tür zu einem Raum aufzudrücken, den ich “Schlachthaus” genannt habe: Eine Kammer mit unzähligen Überresten menschlicher, rattenmenschlicher, gnomischer und zwergischer Kadaver. Der Raum dahint offenbarte sich als geschändeter Andachtsraum; das heilige Becken war mit einer ekelhaften Substanz gefüllt und in der Ecke hatte eine alte Ratte ein Labor eingerichtet.

Diese alte Ratte – Raz – freute sich sehr über neues Material für die Forschung, denn offenbar stellte sie aus Leichenteilen neue Lebensformen her und experimentierte mit Golems. Es entbrannte ein heftiger Kampf in dessen Verlauf Jiri erblindete und Stahlherz von einem schwächenden Fluch betroffen wurde.

Ich fand das sehr spannend, denn zum ersten Mal gelang es einem Zauberer, die Gruppe wirklich unter Druck zu setzen. Der Kadavergolem an seiner Seite leistete dazu einen wichtigen Beitrag.

Die Gruppe begann, den Raum zu reinigen – unter anderem von dem Zeichen des Rattenkönigs! - und die frevelhaften Experimente zu verbrennen. Und dann wandte sie sich dem Tunnel zu, der aus diesem Tempel führte…

6 thoughts on “Käferjagd

  1. Klingt sehr cool.

    Ich gebe meinen Spielern auch immer mehrere Optionen und kriege dann hin und wieder als Antwort, dass ein roter Faden vermisst wird, wenn ich nachfrage, wie sie den Spieleabend so fanden. Denke sowas passiert einfach. Man muss dann nochmal deutlicher auf einige Möglichkeiten hinweisen, so meine Erfahrung, dann wird das schon was :D

    Dauerhaft blind oder nur solange blind, bis man den passenden Kleriker findet? und wie läuft Stahlherz Entwicklung ab?

    • Nur solange, bis sie einen passenden Kleriker finden. Immerhin haben sie mit Firmin einen möglichen Kandidaten weg geschickt :-)

    • Als Stahlherz Spieler kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war, seinen Tod spielerisch zu lösen. Die Verwandlung zur Pflanze finde ich sehr spannend und ich hoffe, die anderen Spieler auch.

  2. Was Federkrieger wohl nicht bewusst ist, mit den ganzen Optionen haben sich auch für Eisernhardt neue Möglichkeiten ergeben über die dieser ernsthaft nachsinnt. Unter Umständen macht es sogar Sinn, ihn nach (oder bei) der Rückkehr aus der Gruppe zu nehmen, damit er weitere Nachforschungen anstellen kann.

    Die vielen Optionen finde ich übrigens gut, geben sie doch erst wirklich die Illusion von Freiheit und nicht wie bei einem Abenteuerpfad das Gefühl, auf Schienen durch die Story zu fahren. Letztendlich greift bei unserer Gruppe immer das übertragene Gefühl und man wendet sich dem dringlichsten Problem zu. Also alles gut! :-)

    • Ich würde mich davon ausgehen, dass dies Herrn Federkrieger durchaus bewusst ist – aber das können wir noch gesondert besprechen, weil wir hier vorab ein paar Erwartungen abklären sollten.

  3. Persönlich habe ich als SL sehr zu railroading geneigt, leider.
    Tobias macht das besser, wie ich finde. Manchesmal ist es jedoch nicht einfach zu erkennen, welchen Weg man am besten einschlägt. Andererseits, kann man denn einen falschen Weg überhaupt gehen?

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