Storm of Sigmar

Mein ältester Sohn ist großer Star Wars Fan. Neben den entsprechenden LEGO-Spielzeugen, Bettwäsche, Sammelbildchen, T-Shirts und so weiter begeistert er sich auch für das X-Wing Miniaturen-Spiel, das ich extra zum Spielen mit ihm angeschafft hatte.

Natürlich hat er dann gleich weiter gefragt, was da noch für spannende Miniaturen in Papas Arbeitszimmer stehen. Meiner Einschätzung nach ist Warmachine für ihn noch etwas zu komplex. Also habe ich überlegt, ihm das Tabletop-Hobby mit einem anderen System näher zu bringen. Just dieser Tage hat Games Workshop mit Storm of Sigmar einen günstigen Einstieg in Age of Sigmar veröffentlicht – und mein Sohn und ich haben das Einsteigerset ausgiebig getestet.

Vielleicht ganz kurz als Einleitung für all diejenigen Leser, die mit Age of Sigmar nicht so viel anfangen können: Es handelt sich um den nicht unumstrittenen Nachfolger des alten Warhammer Fantasy Battles, dem Fantasy-Tabletop aus dem Hause Games Workshop. Die Alte Welt ist zerstört worden und aus den Ruinen hat sich mit Age of Sigmar ein System erhoben, das die Fans gespalten hat und noch heute für teils hitzige Diskussionen in diversen Internetforen führt.

Ich selbst habe Warhammer Fantasy nie gespielt und stand Age of Sigmar aufgeschlossen gegenüber. Ich habe damals allein deshalb keinen näheren Blick darauf geworfen, weil ich mit anderen Spielsystemen beschäftigt war.

Was ist Storm of Sigmar?
Die Box kommt in einem handlichen Format und soll einen leichten und kostengünstigen Einstieg in Age of Sigmar ermöglichen. Um das gleich vorweg zu nehmen: Das gelingt.

Was bekomme ich in der Box?
Für 26 Euro erhalten wir 5 Miniaturen der Stormcast Eternals (die Guten) und 9 Miniaturen der eher bösen Khorne Bloodbound. Hinzu kommen 7 Würfel, ein Einführungsleitfaden, der neben ein bisschen Hintergrund auch die Regeln und Szenarien enthält, um das Spiel Schritt für Schritt kennenzulernen. Eine Anleitung für den problemlosen Zusammenbau der Miniaturen sowie Pappkarten mit den spielrelevanten Werten der Modelle runden das Paket ab.

Die Box ist sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch erhältlich. Wobei “auf Deutsch” hier leicht irreführend sein kann. Denn alle Eigennamen sind weiterhin englisch. Gleiches gilt für die Werte der Figuren. Abgesehen davon, dass dies es meinem Sohn erschwert, die Miniaturen richtig zu benennen, klingt es beim Lesen und Spielen bisweilen merkwürdig.

Aus unserer Sicht ist das Preis-/Leistungsverhältnis hervorragend.

Die Miniaturen
Vielleicht das Wichtigste in der Box sind die Miniaturen. Über deren Design ist schon viel gestritten worden; dem will ich mich hier nicht anschließen. Die Stormcast Eternals werden ihrem Anspruch als heilige Krieger des Sigmars auch in ihrer Erscheinung gerecht; viel Rüstung, viel Deko, viele Blitze. Die Schergen des Chaosgottes Khorne kommen in der gewohnten Brutalität mit vielen Schädeln. Für meinen Geschmack hätte hier auch etwas weniger gereicht, aber insgesamt gefallen mir die Modelle doch – und ich freue mich darauf, sie zu bemalen.

Die Qualität des Gusses ist ausgesprochen gut. Wir mussten kaum Gussgrate entfernen. Der Zusammenbau ging leicht von der Hand (nummerierte Teile im Gussrahmen und eine Bastelanleitung haben hier hervorragend unterstützt). Das Maß der Details ist beeindrucken.

Die Regeln
Nachdem der Kleber getrocknet war, machten mein Sohn und ich uns gleich an das erste Probespiel. Wie bereits gesagt sind die Regeln sehr übersichtlich. Dennoch haben wir hier nichts vermisst. Wir konnten sie sehr gut während des Spiels lernen.

Das Spiel findet in mehreren Runden statt, die sich in einzelne Phasen unterteilen: Magie (wobei es hier in der Box keine Modelle gibt, die zaubern können), Bewegung, Fernkampf, Nahkamp und so weiter. Die Spieler wechseln sich jede Runde ab, wobei in der Nahkampfphase beide Seiten zuschlagen dürfen.

Mit 6seitigen Würfeln wird der Erfolg einzelner Aktionen bestimmt. Jedes Modell/jede Einheit hat einen bestimmten Wert, der mindestens erreicht werden muss. So haben die Stormcast Eternals Retributioners einen Wert von 3+ zum Treffen mit ihren mächtigen Kriegshammern. Jeder Würfel, der mindestens eine 3 zeigt, trifft. Es wird dann gewürfelt, ob der Treffer eine Wunde zufügut und danach, ob die getroffene Einheit widersteht. Jede nicht widerstandene Wunde wird markiert, Modelle werden entfernt, wenn sie mehr Schaden genommen als sie Lebenspunkte haben.

Daneben hat jede Einheit noch einige Sonderregeln, die das Spiel dann doch etwas komplexer machen, als die 8 Seiten Regeln des vermuten lassen.

Die Regeln sind kostenlos bei Games Workshop erhältlich.

Die Spiele
Unsere Probespiele haben uns großen Spaß gemacht. In den im Einführungsheft enthaltenen Szenarien gelten jeweils eigene Siegbedingungen, die eine zusätzliche Dimension ins Spiel gebracht haben.

Interessanterweise hatten die Anhänger des Blutgottes gegen die Stormcasts Eternals in keinem unserer Spiele eine wirkliche Chance. Ob das Zufall war oder tatsächlich an einer unausgewogenen Auswahl der Einheiten liegt, kann ich leider nicht sagen.

Die Storm of Sigmar Spielen waren kurzweilig und – trotz der Überlegenheit der Streiter des Guten – an vielen Stellen spannend. Die Regeln ließen sich dabei auch für meinen Sohn rasch lernen und umsetzen.

Wie geht es weiter?
Games Workshop scheint mit der Box gezielt Neueinsteiger anzusprechen. Zeitgleich ist ein Einsteiger-Leitfaden erschienen, das neben einer beigelegten Stormcast Eternal Miniatur einen detailierten Überblick über Age of Sigmar und das Hobby insgesamt gibt (Basteln, Sammeln, Malen, Spielen).

Eine Woche nach der Storm of Sigmar Box erscheinen neue Start Collecting! Boxen, die für jeweils 65 Euro eine weitere Auswahl an Miniaturen enthalten und grundsätzlich eine wirklich gute Erweiterung oder einen wirklich guten Einstieg der jeweiligen Armen darstellen. Wir haben uns diese Boxen für die Khorne Bloodhound und die Stormcast Eternals bestellt, denn wir werden das Spiel auf jeden Fall weiter spielen.

Fazit
Storm of Sigmar ist eine gelungene Box für alle, die sich Age of Sigmar anschauen wollen, ohne gleich ein Grundspiel für 100 Euro zu erwerben. Mit den Figuren kann man das Spiel schnell kennenlernen. Die Figuren selbst sind insgesamt gelungen, der Aufwand für das Probespiel ist angenehm gering.

Ich persönlich kann nur empfehlen, bei grundsätzlichem Interesse hier einen Blick zu riskieren.

 

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