Durchgeblättert: Advanced Bestiary

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle auf den Kickstarter zum Advanced Bestiary von Green Ronin für Pathfinder hingewiesen. Die Kampagne war damals erfolgreich. Die Auslieferung der Bücher hat leider nicht im Juli 2014 geklappt – Ende November lag das Päckchen vor meiner Haustür. Zeit, mal durchzublättern…

Auf etwas mehr als 312 Seiten versammeln sich hier neue und alte Schablonen, um aus bestehenden Monstern ganz neue Kreaturen zu erschaffen. Und das ist meiner Meinung nach ein spannenderer Ansatz als ein neues Monster-Handbuch zu schreiben, ermöglicht es doch, Kreaturen auf ein bestimmtes Thema auszurichten oder die Spieler mit Variationen bekannter Gegner zu überraschen.

Die Einleitung ist kurz gefasst, liefert einen kurzen Abriss über die Geschichte des Buches und steigt ein mit grundsätzlichen Anweisungen, wie Schablonen angewendet werden. Natürlich finde ich hier auch eine Erklärung des Formats der Einträge und der typischen Terminologie.

Das Advanced Bestiary ist bei Green Ronin Publishing erschienen, Designer ist Jeffres Hersh. Ich habe im Inhaltsverzeichnig 120 Schablonen gezählt; das Buch wirbt mit mehr, denn manche Schablonen haben unterschiedliche Ausprägungen. Etwa demon-possessd unterscheidet sich ein wenig in die Fähigkeiten, je nachdem, von welchemder 18 aufgeführten Dämonen die Kreatur besessen ist. Ebenso umfasst die Schablone Angelic Vessel 6 Varianten – eine für 6 unterschiedliche Engel.

Von den Schablonen sind ca. 30 neu. Die übrigen sind Anpassungen des “alten” Advanced Bestiarys, das noch zu 3.5-Zeiten erschienen ist und schon damals zu meiner Sammlung gehörte (wenn auch “nur” als PDF).

Beim Durchblättern fällt das saubere, durchgehend farbige Layout auf. Die Einträge sind einheitlich aufgebaut: Ein kurzer Einleitungstext, die “Bauanleitung”, um eine entsprechende Schablone anzuwenden (einschließlich relevanter Tabellen) und schließlich eine jeweils mit einem Bild versehene Beispiel-Kreatur. Die Zeichnungen sind stimmig und lockern den Text auf. Apropos Auflockerungen: Mir fallen Textkästen auf, in denen ich Ideen zur Funktionsweise bestimmter Schablonen finde, oder Tipps, wie ich eine bestimmte Kreatur in meiner Spielwelt einsetzen kann. An manchen Stellen lese ich Gedanken zum Design oder zum Hintergrund der Schablone oder Erklärungen, wie ich sie verwenden kann und worauf ich achten muss.

Natürlich finden sich alle Klassiker in dem Band – besonders die Dread-Untoten (die allerdings sehr viel Raum einnehmen, dafür, dass sie sich nur “minimal” von den Basis-Kreaturen unterscheiden, aber das ist dem Umstand geschuldet, den gleichen Aufbau beizubehalten). Die komplizierteste Schablone ist die Amalgam-Kreatur. Im Grund erlaubt mir diese Regel, zwei beliebige Kreaturen zu einer zu verschmelzen. Auch wenn der Aufwand hierfür nicht zu verachten ist, werde ich das dann und wann sicher nutzen.

Überhaupt ist der Nutzen des Buches sehr hoch, insbesondere, weil ich kein Fan zusätzlicher Monster-Handbücher bin. Das mag daran liegen, dass ich eine ganze Menge besitze. Ich sehe mich jedenfalls wesentlich häufiger eine Schablone einsetzen als nach einem ganz neuen Monster zu suchen.

Abgerundet wird das Buch durch vier Anhänge: neue Talente, Zauber und Klassenfertigkeiten (wobei es sich hier ausschließlich um Entdeckungen des Alchemisten handelt). Eine Auflistung der universellen Monsterfähigkeiten (wie aus den Monster-Handbüchern) sowie zwei Übersichten mit den Schablonen nach CR-Veränderung und den Beispielkreaturen nach CR. Schließlich gibt es einen Index, der bei dem Umfang des Buches wirklich hilfreich ist.

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