Der Kern allen Übels – II

Unmerklich veränderte sich die Luft. Adrian duckte sich an den Rücken seines Pferdes und galoppierte über die breite Handelsstraße in östliche Richtung – dem Meer entgegen. Dessen Vorahnung erfüllte die Luft mit einem salzigen Geschmack. Oder war es der Schweiß des Pferdes?

Adrian wusste, dass er das Tier an die Grenzen seiner Belastbarkeit trieb. Er wusste aber auch, dass seine Mission keinen Aufschub duldete. Vor ihm erhob sich schwerfällig die Sonne aus dem Meer, strahlte mit blutrotem Feuer die Wolkenwirbel an, der über den Ruinen der versunkenen Stadt träge dahin trieben. Die ersten Anzeichen von Zivilisation wurden sichtbar; Felder, vereinzelte Bauernhäuser, die Hütte eines Holzfällers. Continue reading

Der Kern allen Übels – I

Im Flackern der Flammen tanzten die Schatten. Baltor saß weit zurück gelehnt in dem weichen Stuhl. Hinter dem riesigen Schreibtisch aus schwerem, dunklen Holz wirkt er wie ein Puppe in einem zu großen Puppenhaus. Sein Gesicht war eingesunken, die Augen halb geschlossen. Sein Körper schrie nach der Erholung eines langen Schlafes, die ihm so lange schon verwehrt worden war. Continue reading